Medienberichte ab 2010

Oldenburger Herzöge mussten in Jever erst Fuß fassen

Interview

FRAGE: Frau Sander, worum wird es in Ihrem Schlosssaal-Vortrag beim Oldenburger Landesverein am 17. November um 20 Uhr gehen?

SANDER: Es wird um das Thema gehen: „Schloss Jever als Residenz der Oldenburger Herzöge“. Jever war ja eigentlich eine Art kleine Schwester des Schlosses zu Oldenburg, hat aber eine ganz eigene Entwicklung gehabt und war Mittelpunkt einer eigenständigen Häuptlingsherrschaft. Im 17. Jahrhundert gehörte das Schloss schon einmal zur Grafschaft Oldenburg – war also schon einmal oldenburgisch – und ist dann andere Wege gegangen.

FRAGE: Welche Entwicklungen waren das?

SANDER: Das Schloss gehörte zum Fürstentum Anhalt-Zerbst, war russisch, holländisch und französisch. Schließlich wurde es dann Anfang des 19. Jahrhunderts endlich wieder oldenburgisch. Darum wird es in meinem Vortrag gehen. Weil Jever sich auch immer als eigenständige Herrschaft verstanden hat, war es für die Oldenburger Herzöge gar nicht so einfach, hier Fuß zu fassen. Die gesamte Anlage wurde aus diesem Grunde umgebaut, um ihren Herrschaftsanspruch deutlich zu machen. Das sieht man auch bei der Ausstattung des Schlosses. Das werde ich anhand von Bildern demonstrieren.

FRAGE: Was genau haben die neuen Herrscher denn verändert?

SANDER: Ursprünglich war das Schloss eine Häuptlingsburg aus dem Mittelalter, das sieht man auch heute noch gut in vielen Bereichen. Die Oldenburger Herzöge haben das dann nach ihren Vorstellungen modernisiert. Es gab sogar zunächst Pläne, das ganze Schloss einfach abzureißen und neu zu bauen, aber das hat man sich dann doch überlegt – denn das hätten die Jeveraner nicht verziehen, abgesehen davon, dass die Oldenburger immer sehr sparsam waren.

Aber der Schlosspark, die sogenannten pompejanischen Papiertapeten und die historische Raumfassung erinnern heute noch an die sehr prägende oldenburgische Zeit. Die Tapeten zum Beispiel sind dem Geschmack und Zeitgeist von damals geschuldet, man findet sie auch im Oldenburger Schloss.


Prof. Dr. Antje Sander (49) ist Historikerin und Leiterin des Schlossmuseums Jever und des Schulmuseums Bohlenbergerfeld. Der Eintritt zu den Schlossvorträgen im Saal des Oldenburger Schlosses kostet 5 Euro, ermäßigt 3/1 Euro.

Anna Zacharias

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