Schlossabend mit Dr. André R. Köller, Weener, am 20. April 2017, 20 Uhr, mit dem Thema: Handlungsspielräume der Grafen von Oldenburg im Rahmen der Glaubensspaltung (bis 1573)
Der Einzug der neuen Lehre in den königsfernen Nordwesten des Reiches führte zu einer stärkeren Einbeziehung in die Reichspolitik und damit zu einer Verschärfung der Machtkämpfe. Allerdings ergaben sich aus der Glaubensspaltung auch Handlungsspielräume. Diese wusste Graf Anton I. von Oldenburg geschickt zu nutzen: Als jüngster von vier Brüdern riss er die Regierung an sich. Durch die Säkularisierung von Kirchen- und Klostergütern stärkte er seine Position. Im Zusammenhang des Schmalkaldischen Krieges eroberte er Delmenhorst zurück. Der Rahmen seines Handelns blieb jedoch stets der erbitterte Bruderzwist im Oldenburger Grafenhaus, den er vom Zaun gebrochen hatte.
Der Referent studierte Geschichte und Germanistik an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und arbeitet derzeit als Oberstudienrat am Gymnasium in Papenburg. Er wurde 2012 in Oldenburg mit der Dissertation „Agonalität und Koooperation. Führungsgruppen im Nordwesten des Reiches 1250-1550“ promoviert. Diese Arbeit wurde 2014 mit dem Preis für niedersächsische Landesgeschichte ausgezeichnet. Sie bestärkte Köller in seinen Forschungen zur Geschichte von Ostfriesland und zu führenden Adelsgeschlechtern im deutschen Nordwesten bis zum Beginn der Neuzeit.