Medienberichte ab 2010

Wie Oldenburg zu seinem Stadtbild fand

Historiker Eckhardt beim Schlossabend des Landesvereins

Von Sandra Ruppel – Quelle: NWZOnline

Etwa 70 Zuhörer hatten sich am Donnerstagabend im Schlosssaal eingefunden, um den Vortrag von Professor Dr. Albrecht Eckhardt zu hören. Der Oldenburger Landesverein hatte den Historiker zum Schlossabend eingeladen.

Es hätte wohl kaum einen geeigneteren Ort geben können als den prunkvollen Schlosssaal im Oldenburger Schloss für einen Vortrag über die Geschichte Oldenburgs als Residenzstadt. So sah das auch der Referent selbst und freute sich, kurz vor seinem 80. Geburtstag, hier sprechen zu dürfen.

Der 90-minütige Vortrag widmete sich dem Thema „Residenz und Stadt – Herrschaft und Bürger in Oldenburg vom Mittelalter bis zu Peter Friedrich Ludwig“. Eckhardt, der das Oldenburger Land bereits vor fast 40 Jahren zu seiner Wahlheimat erklärt und mehr als 20 Jahre an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg gelehrt hat, gab einen umfassenden Überblick über die bewegte Geschichte Oldenburgs als Residenzstadt. Zahlreiche Abbildungen, die per Beamer an eine Leinwand projiziert wurden, verdeutlichten die Stadtentwicklung visuell.


Siedlung im 7. Jahrhundert

Bereits für das 7. Jahrhundert konnte eine Ansiedlung an der Stelle des heutigen Marktplatzes nachgewiesen werden, so Eckhardt. Im Jahr 1108 wird die Siedlung erstmals urkundlich erwähnt. 1345 wird Oldenburg schließlich offiziell das Stadtrecht zugesprochen, wobei die Rechtsprechung noch nach Bremer Vorbild zu erfolgen hatte.

Bedeutsame Veränderungen traten vor allem während der Regierungszeit von Graf Anton Günther (1603–1667) ein. Er machte Oldenburg zu seinem ständigen Wohnsitz und ließ die alte Wasserburg zum zeitgenössischen Residenzschloss umbauen. Der Kramermarkt, so Eckhardt, gehe auf ein Privileg zurück, das 1608 unter Graf Anton Günther erteilt wurde.

Nach dem Tod Anton Günthers im Jahr 1667 fiel Oldenburg mit seinen damals etwa 4000 Einwohnern unter dänische Herrschaft. Erst ab der Mitte des 19. Jahrhunderts erlangte die Stadt ihren Status als Residenzstadt zurück, als Großherzog Peter Friedrich Ludwig seinen ständigen Wohnsitz nach Oldenburg verlagerte. Unter ihm entwickelte sich das Stadtbild in einer Form, die an vielen Stellen bis heute sichtbar ist.

Oldenburg blühte unter der Herrschaft von Peter Friedrich Ludwig spürbar auf. Auf ihn geht unter anderem die Gründung der Landessparkasse zu Oldenburg zurück. Eckhardt zitierte aus einem Bericht von 1839, in dem die Stadt für ihre Eleganz und Schönheit gelobt wird.

Mit der Novemberrevolution von 1918 endete schließlich die Zeit Oldenburgs als Residenzstadt – ein passender Schlusspunkt für den Vortrag des Historikers.


Austausch nach dem Vortrag

Mit dem Ende des Vortrags klang der Abend nicht sofort aus. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, sich im Vorraum des Schlosssaals bei Sekt und Knabbereien über den Vortrag auszutauschen.

Zum Schlossabend geladen hatte der Oldenburger Landesverein für Geschichte, Natur- und Heimatkunde unter dem Vorsitz von Reinhard Rittner. Etwa sechs Mal im Jahr finden vom Verein organisierte Vorträge im großen Saal des Schlosses statt. Eintrittskarten sind am jeweiligen Abend vor Ort erhältlich.