Medienberichte ab 2010

Über Dichter und Denker

Autoren präsentieren Oldenburger Jahrbuch 2015 im Schloss

Von Ellen Kranz

Verfassten Beiträge für das neue Jahrbuch: Hans-Peter Klausch (v. l.), Anja Brigitta Jacobsen und Hans-Jürgen Klitsch werfen einen Blick in den 115. Band.
Bild: Torsten von Reeken

Herausgegeben wird das Werk vom Oldenburger Landesverein. Es enthält unter anderem Beiträge zur Kunstgeschichte.

Das Titelbild des diesjährigen Bandes des Oldenburger Jahrbuchs zeigt die St.-Johannes-Kirche in Bad Zwischenahn, die mehrmals Erwähnung findet. Am Dienstagabend wurde das Werk, das vom Oldenburger Landesverein herausgegeben wird, im Oldenburger Schloss präsentiert. Koordinator Jürgen Herold führte die rund 100 Besucher gemeinsam mit den Verfassern durch das Werk.

Im geschichtlichen Teil findet sich unter anderem ein Beitrag von Gerd Steinwascher über die wechselvolle Beziehung zwischen den Oldenburgern und den Welfen. Hilde Schreiner beleuchtet die Aushandlung der Bedingungen für die Verlegung des Dammer Begräbnisplatzes.

Ralph Hennings befasst sich mit der handschriftlichen Chronik einer Kirchengemeinde während des Ersten Weltkriegs. Über ein dunkles Kapitel der Oldenburger Geschichte schreibt Hans-Peter Klausch, der zu den NS-Endphasenverbrechen und den Erhängungen an der Cloppenburger Straße im April 1945 recherchiert hat.

Diesen Teil der deutschen Geschichte hat auch der plattdeutsche Dichter Oswald Andrae erlebt. Hans-Jürgen Klitsch porträtiert ihn in einem Essay. Teresa Nentwig widmet sich dem spannungsreichen Verhältnis zwischen Hinrich Wilhelm Kopf und Oldenburg.

In der kunstgeschichtlichen Abteilung findet sich unter anderem eine Rede von Siegfried Müller zur Ausstellungseröffnung „Martin Luther und die Welt der Bilder“ im Landesmuseum Oldenburg. Zudem schildert die Gemälderestauratorin Anja Brigitta Jacobsen die Restaurierung eines Werkes von Ludwig Münstermann. Sebastian Dohe spürt dem „Raffael“ von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein und der großherzoglichen Gemäldegalerie Oldenburg nach.

Im archäologischen Teil berichtet Jana Esther Fries über die Denkmalpflege 2014 sowie gemeinsam mit Niels Juister über den Fund einer manieristischen Bauplastik am Schlossplatz in Varel.

Im naturkundlichen Teil schreibt Maria Will über die Sammlung texanischer Pflanzen von Charles Vinzent. Harald Kluge verfasste gemeinsam mit Heiko Scheepker einen Beitrag über zwei Universitätsprofessoren sowie mit Eckhard Punzel einen Text über zwei Naturwissenschaftler.

Quelle: NWZonline

Jahrbuch bringt Wissenswertes aus der Region zutage

Von Ellen Kranz

Das Thema: Oldenburger Landesverein
Im Interview: Reinhard Rittner (73)

Zur Person: Reinhard Rittner ist Vorsitzender des Oldenburger Landesvereins für Geschichte, Natur- und Heimatkunde und Pfarrer im Ruhestand.

Frage: Herr Rittner, seit wann gibt es das Oldenburger Jahrbuch?

Rittner: Das Jahrbuch gibt es seit 1892 und erscheint jetzt im 115. Band. In der modernen Auflage ist es der 20. Band. Während der Weltkriege gab es eine weniger regelmäßige Erscheinungsfolge.

Frage: Warum und wie ist der Oldenburger Landesverein entstanden?

Rittner: Um 1850 wurden in Jever zahlreiche römische Münzen gefunden, was das historische Interesse weckte. In dieser Zeit befand sich die Geschichtswissenschaft im Aufschwung.

Frage: Wann wurde der Verein gegründet?

Rittner: Der Oldenburger Landesverein existiert seit 1850. Ursprünglich hieß er „Oldenburger Verein für Altertumskunde“.

Frage: Wer entscheidet über die Inhalte?

Rittner: Die Fachherausgeber prüfen die Beiträge nach wissenschaftlichen Kriterien und entscheiden für ihren jeweiligen Bereich.

Frage: Für wen werden die Bände verfasst?

Rittner: Für Menschen, die sich für die Geschichte des Oldenburger Landes interessieren. Es ist erstaunlich, was immer wieder zutage kommt.

Quelle: NWZonline

Ein Kenner Oswald Andraes – Hans-Jürgen Klitsch veröffentlicht Aufsatz über den Dichter

24 Seiten im neuen Oldenburger Jahrbuch sind dem sozialkritischen Schriftsteller aus Jever gewidmet.

Zu Lebzeiten oft verkannt und angefeindet, zählt Oswald Andrae heute zu den bedeutendsten Schriftstellern des Oldenburger Landes. Dies wurde nun erneut mit einem umfangreichen Beitrag im Oldenburger Jahrbuch 2015 (ISBN 978-3-7308-1216-7) gewürdigt.

„Wir sind sehr stolz, dass der Vortrag von Hans-Jürgen Klitsch nun publiziert worden ist“, sagte Dr. Anja Belemann-Smit, Leiterin der Bibliothek des Mariengymnasiums, bei der Präsentation in Jever.

Hans-Jürgen Klitsch, Lehrer für Englisch und Kunst, ist profunder Kenner des Werks Andraes. Er betreute dessen umfangreiches Tonarchiv und analysierte unzählige Aufnahmen.

In seinem 24-seitigen Beitrag zeichnet Klitsch Andraes Lebensweg und Schaffensperioden nach – von Lyrik über Prosa bis zu Hörspielen und Theaterstücken.

Besonderes Gewicht liegt auf Andraes kritischer Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, etwa im Werk „Der braune Ranzen“. Dieser Text erschien sogar in hebräischer Sprache in der israelischen Zeitung „Maariv“.

Ein weiterer Aufsatz im Jahrbuch widmet sich den in Friesland geborenen Professoren Eilhard Mitscherlich und Karl Gustav Mitscherlich.

Quelle: Jeversches Wochenblatt / Friesisches Wochenblatt