Medienberichte ab 2010

Einblicke in Schulzeit von Herzog Peter Friedrich Ludwig

Vortrag im Oldenburger Schloss – Interview mit Dr. Bernd Müller

Von Norbert Wahn

Das Thema: Vortrag im Oldenburger Schloss
Im Interview: Dr. Bernd Müller

Zur Person: Dr. Bernd Müller ist Historiker am Institut für Geschichte der Universität Oldenburg. Er hält am 8. Oktober, 20 Uhr, auf Einladung des Oldenburger Landesvereins im Schlosssaal einen Vortrag über die frühen Jahre von Herzog Peter Friedrich Ludwig.

Frage: Herr Dr. Müller, in Stadt und Land Oldenburg begegnet man vielen Spuren von PFL, wie die Oldenburger ihren Herzog abgekürzt nennen, etwa Hospital, Lambertikirche oder Landesbibliothek. Über seine frühen Jahre, bevor er 1785 Herrscher wurde, wissen wir jedoch wenig. Können Sie das aufgrund Ihrer Forschungen jetzt erhellen?

Müller: Mir ging es um seine Prägung durch sein Elternhaus, durch seine Schulzeit und seine mannigfachen Erlebnisse bis zum Regierungsantritt. Damit kann die Entwicklung seiner Wesensart jetzt besser verstanden werden. Dahinter stand immer die Frage, wie ein gutmütiger, zunächst etwas verspielter und zu Ausflüchten neigender Junge zu einem ernsten, ja verschlossenen Landesherrn wurde. Dabei war ihm die Herrschaft über das Herzogtum Oldenburg und das Fürstbistum Lübeck mitnichten in die Wiege gelegt worden.

Frage: Was ist neu an Ihren Forschungsergebnissen?

Müller: Die gründliche Auswertung seiner gesamten frühen Korrespondenz ergab zahlreiche neue Einblicke in seine Schulzeit, seine Reisen, auch in seine Teilnahme am russisch-osmanischen Krieg, vor allem aber in seine Heirat und in seine Ehe, die tragischerweise unmittelbar nach seiner Regierungsübernahme durch den Tod seiner 20-jährigen Frau endete. Auch die Frage, wie ein im Geist der Aufklärung stehender Mensch als patriarchalischer, spätabsolutistischer Landesherr agieren konnte, lässt sich für Peter Friedrich Ludwig nun gut beantworten.

Frage: Gab es eine Person, die seine frühen Jahre besonders prägte, nachdem er bereits mit acht Jahren Vollwaise geworden war?

Müller: Ganz wesentlich waren ohne Zweifel Großfürst Paul, der spätere Zar Paul I., und seine Mutter, Zarin Katharina II. Diese Prägung führte später zu einer engen Bindung der Außenpolitik von Peter Friedrich Ludwig an Russland. Dennoch dürfen die zahlreichen weiteren Impulse, die er auf seinem Lebensweg bis zur Regierungsübernahme erhielt, keinesfalls übersehen werden.

Quelle: NWZonline

v.l.: Jörg Duvenhorst, Helmut H. Müller, Richard-B. von Busse, Herzogin Fenita, Pastor i. R. Reinhard Rittner, Dr. Bernd Müller, Herzog Huno von Oldenburg, Hartwig Lehmkuhl. Foto: Christine Krahl