Jana Esther Fries gibt „Auf Spurensuche mit Bagger und Pinsel“ bei Isensee heraus
Von Eilert Freese

Ein Stück Oldenburg ausgegraben (v. l.): Verleger Florian Isensee, Reinhard Rittner (Oldenburger Landesverein), Autor Thomas Fischer und Bezirksarchäologin Jana Esther Fries.
Foto: Eilert Freese
Mit dem Buch „Auf Spurensuche mit Bagger und Pinsel – Archäologische Ausgrabungen in Oldenburg“ wollte Dr. Jana Esther Fries ein Werk über Archäologie herausgeben, das dem Leser Freude macht. Und „ihre“ 13 Autorinnen und Autoren haben dieses Ziel erreicht: In verständlicher Sprache beschreiben sie auf 140 Seiten, was vor tausenden von Jahren im oldenburgischen Untergrund geschah.
Dabei finden sich auch ungewöhnliche Überschriften wie „Der Dröge Jan, Schwarzbrot und nasse Füße…“, wenn es um Topografie, Böden und Wasserhaushalt Oldenburgs geht. Auch das Geheimnis der 1977 in Wechloy entdeckten Goldscheibenfibel wird thematisiert: Wie konnte ein Schmuckstück, das vermutlich im 9. Jahrhundert in Italien gefertigt wurde, in einem Graben in Oldenburg landen?
„Geschichtsstudium mal anders“, hatte sich die Lehrbeauftragte Fries – im Hauptberuf Oldenburger Bezirksarchäologin beim Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege – gedacht, als sie im Wintersemester 2013/2014 das Projekt begann. Statt historische Texte zu analysieren, beschäftigten sich Studierende der Universität Oldenburg mit archäologischen Ausgrabungen und trugen ihre Erkenntnisse aus den Dokumentationen verschiedener Oldenburger Grabungsstellen zusammen. Die Themen wurden von der Herausgeberin weitgehend vorgegeben.
„Es waren hauptsächlich Studierende der Geschichte. Aber auch ein Physiker war dabei, Lehramtsstudierende und Thomas Fischer als Gasthörer“, berichtet Fries.
„Es sind glückliche Momente, wenn Lehrende und Lernende ihre gemeinsamen Erkenntnisse vorstellen und die Ergebnisse weitergeben können. Das regt zu weiterem Austausch an“, schreibt Reinhard Rittner, Vorsitzender des Oldenburger Landesvereins für Geschichte, Natur- und Heimatkunde, im Geleitwort. „Das Buch ist ein Gewinn für alle Oldenburger und archäologisch interessierten Menschen – sonst wären wertvolle Dokumente im Verborgenen geblieben“, ergänzt Verleger Florian Isensee.
Seit etwa 1960 werden im gesamten Stadtgebiet regelmäßig Grabungen durchgeführt, mit einem Schwerpunkt in der historischen Altstadt. Das Buch ist der 30. Band der Reihe Oldenburger Forschungen, die im Auftrag des Oldenburger Landesvereins für Geschichte, Natur- und Heimatkunde erscheint.
Buchangaben:
Auf Spurensuche mit Bagger und Pinsel – Archäologische Ausgrabungen in Oldenburg
Isensee Verlag, Oldenburg
ISBN 978-3-7308-1184-9 · Preis: 12,80 €