Medienberichte ab 2010

Der Münzschatz von Jever gilt als bedeutendster Fund der Region. Bis 29. April sind die Münzen im Schloss zu sehen.

VON ATTO IDE

Freuen sich, präsentieren zu können, was vom Schatz noch übrig ist: Torsten Borchardt (OLB), Prof. Dr. Antje Sander, Dr. Martin Lindner, Deborah Pischel, Dr. Susanne Börner, Torben Koopmann (Oldenburger Landesverein), Prof. Dr. Albrecht Eckhardt

JEVER – Was man findet, darf man behalten. Oder? So oder so ähnlich mögen die Arbeiter gedacht haben, die im März 1850 bei Erdarbeiten auf Silbermünzen stießen. In den folgenden Tagen setzte in Jever eine rege Verkaufstätigkeit ein. Sammler deckten sich preiswert mit antiken Münzen ein teilweise wurden Münzen eingeschmolzen.

Zwischen 3000 und 5000 römische Münzen sollen es gewesen sein. Erst zwei Tage später erfuhren die Behörden von dem Fund und versuchten zu retten, was noch zu retten war. Ganze 562 Münzen konnten sie noch sicherstellen, mussten sie teilweise von ihren neuen Besitzern zurückkaufen.

Was anmutet wie eine Provinzposse, war sicher für Archäologen und Historiker eine Tragödie. Der Münzschatz bestand ausschließlich aus römischen Münzen aus dem ersten und zweiten Jahrhundert nach Christi Geburt.

„Selbst wenn wir alles abziehen, was geklaut, verkauft und eingeschmolzen ist, ist dieser Fund das weitaus Größte, was wir in dieser Region haben. So beschrieb Dr. Martin Andreas Lindner von der Universität Göttingen bei der Ausstellungseröffnung im Schlossmuseum Jever die Bedeutung des Schatzes.

Über die Friesen und Chauken wisse man sehr wenig. Die Stämme hätten keine eigenen Aufzeichnungen hinterlassen und die Darstellung durch römische Geschichtsschreiber sei wenig verlässlich.

Wie spannend diese Geschichte ist, zeigte auch der rege Betrieb bei der Ausstellungseröffnung. Mehr als 100 Besucher drängten sich im Steinsaal, um Hintergründe zu erfahren und die Münzen anzusehen.

Zehn Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen der Universität Oldenburg haben da mit viel Engagement und Herzblut eine sehenswerte Ausstellung unter dem Titel „Für bare Münze? konzipiert.

Der Oldenburger Landesverein für Geschichte, Natur- und Heimatkunde, dessen Gründung durch diesen Fund initiiert wurde, hat das Buch zur Ausstellung mit vielen Hintergrundinformationen herausgegeben. Die Ausstellung ist noch bis zum 29. April zu besichtigen.

Quelle: Nordwest-Zeitung, Oldenburg